Bilderflut
psychosozial 160

Bilder spielen seit jeher eine wichtige Rolle im Leben des Menschen; für dessen Selbst- und Weltverständnis. In Zeiten wachsender Digitalisierung und Mediatisierung scheint es, als hätten wir kaum noch die Möglichkeit einer bilderfreien Erfahrung und lebten stärker denn je in einer visuellen Kultur, die uns gleichsam mit einer Flut an Bildern zu überschwemmen droht. Vor diesem Hintergrund versteht sich auch dieser Themenschwerpunkt, der mit seinen Beträgen auf das nicht selten mit dem Schlagwort »Bilderflut« bezeichnete Phänomen der Omnipräsenz von Bildern in unterschiedlichen Bereichen menschlichen Lebens interdisziplinär Bezug nimmt, jedoch nicht ohne den Begriff als solchen kritisch zu reflektieren. Dabei wird auch immer auf die psychosoziale Rolle von Bildern und den mit ihnen verbundenen Bildpraktiken fokussiert.

Gleichzeitig reagiert dieses Heft auf ein im Horizont des »iconic turns« beklagtes Defizit, nämlich, dass Bilder in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in dramatischer Unterschätzung ihrer ganz eigenen Potenzialität lange Zeit vorwiegend zur Illustration von Texten gedient haben. Thematisch befassen sich die hier versammelten Beiträge mit heterogenen Bildphänomenen in je unterschiedlichen Kontexten und den mit ihnen verbundenen Produktions-, Rezeptions-, Distributions- und Aushandlungsprozessen.  

Mit Beiträgen zum Themenschwerpunkt von Marc Dietrich, Patrick Krüger,  Günter Mey, Sabine Moller, Abigail Nieves Delgado und Sandra del Pilar sowie mit freien Beiträgen von Thomas Auchter, Lorenz Böllinger, Rolf Haubl, Robert Heim und Martin Weimer

 

Psychosozial-Verlag
144 Seiten, Broschur, 165 x 240 mm
Erschienen im Juli 2020
ISSN: 0171-3434, Bestell-Nr.: 8292